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Neueröffnung: Der grüne Gilbert vom Spittelberg

von Nina Oezelt

Im Dezember eröffnet ein ziemlich grünes Hotel mit Brasserie in der Breite Gasse in Neubau. Ein kleines Pflanzengeschäft soll folgen, die Küche wird vor allem vegetarisch

Eigentlich hätte das Hotel Gilbert mit der begrünten Fassade schon am 22. September neu eröffnen sollen. Aber dann sind den Besitzern zwei Sachen dazwischen gekommen: Einerseits der absolute Personalmangel in der Tourismusbranche, andererseits die Geburt der Tochter Annika. 

©Kurier/Gilbert Novy

Aber wer ist dann Gilbert? „Gilbert ergibt sich aus dem Namen Spittelberg, es ist eine Art Anagramm und der Name Gilbert steht für den fiktiven und guten Charakter des Hauses, der sich um die Hotelgäste kümmert“, sagt Jörg Kleindienst Giendl. „&flora ist hingegen der Name der Brasserie, die das früheste Frühstück im Bezirk anbieten wird“, sagt er, es wird bereits ab 6.30 Uhr serviert. Er und Annette haben sich in der Schulzeit in der Hotelfachschule Bergheidengasse in Hietzing kennengelernt.

 

©Kurier/Gilbert Novy

Nicht nur Baby Annika, sondern auch Jörg Kleindienst Giendl ist in die Hotelbranche hineingeboren worden. „Mein Vater hat vor 25 Jahren Austrotel gegründet und er hatte vier Hotels, eines in Innsbruck, eines in Salzburg und zwei in Wien“, sagt er. Vor zwei Jahren hatten sie die Idee, alle Hotels, bis auf das in der Breite Gasse, zu verkaufen. 

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Das ehemalige Hotel Fürst Metternich, heute bekannt als Josefine in der Esterhazygasse im 6. Bezirk, gehörte auch seiner Familie. Sie wollten ihren ganzen Fokus nur einem Standort widmen.  „Eine Sanierung war in der Breite Gasse bitternotwendig“, sagt er. Investiert wurde dafür eine Summe zwischen 5 und 10 Millionen Euro. Der Architekt Sebastian Eidenböck übernahm die Planung des Hauses, die Inneneinrichtung übernahmen die BWM Architekten. Ein Highlight des Hauses von Außen: die begrünte Fassade. 

 

©Kurier/Gilbert Novy

Derzeit ist sie noch eher bräunlich. Aber spätestens im Frühjahr, wenn dann auch der große Schanigarten vor dem Hotel mit 36 Plätzen öffnet, soll sie in Grün erstrahlen. Eintreten in das Hotel kann man außerdem von zwei Seiten: Einmal von der Breite Gasse, und einmal von der Seite zum Spittelberg, in der Kichberggasse. 

©Kurier/Gilbert Novy

Insgesamt gibt es 107 Gästezimmer. Pro Nacht zahlt man Raten ab 70 Euro. Die Junior Suite im obersten Stock mit Außen-Dusche , Außen-Sauna, zwei Balkonen und Blick auf das Kunst- und Naturhistorische Museum, das exklusivste, was Gilbert zu bieten hat, kostet pro Nacht 650 Euro. 

Grün und familiär

Insgesamt gibt es im Hotel  1.000 Topfpflanzen. Denn es kann nicht grün genug sein, betont die Familie. Geplant ist außerdem die Eröffnung eines Pflanzenshops im Eingangsbereich.  Zuständig für den skandinavischen Einfluss  war und ist Annette Kleindienst-Giendl. Sie führte in dem Hotel, schon vor der Neueröffnung  einen kleinen Laden mit skandinavischen Designstücken. Als halbe Dänin liegt es ihr quasi im Blut. Im Bereich der Brasserie, findet man nicht nur einen Kamin und einen Shop mit Designer-Stücken - unter dem Glasdach steht sogar ein altes Rad. 

Die offene Küche der Brasserie übernimmt Köchin Parvin Razavi (früher Dogenhof, Ludwig & Adele im Künstlerhaus). Ihre Küche ist kreativ, orientalisch, nachhaltig, vegan und auch vegetarisch.

©Kurier/Gilbert Novy

„Das ist von meinem Opa“, sagt Jörg Kleindienst-Giendl. Die Familie liegt uns am Herzen, auch unser Hoteldirektor gehört einfach zur Familie, sagt er.  „Und es geht hier einfach nicht um Luxus, sondern darum sich wohlzufühlen“, ergänzt er. „Im Hotel ist man bei uns außerdem per Du, auch der Vorstandsdirektor wird so angesprochen“, sagt Hoteldirektor David Schmitzberger. 


Die offene Küche der Brasserie übernimmt Köchin Parvin Razavi (früher Dogenhof, Ludwig & Adele im Künstlerhaus). Ihre Küche ist kreativ, orientalisch, nachhaltig, vegan und auch vegetarisch. Man freut sich  auf die heimischen Gäste. Die Bar wird  bis 1 Uhr offen sein.

„Im Hotel ist jeder bei uns per Du, auch ein Vorstandsdirektor oder Direktorin wird bei uns so angesprochen“ 

©Kurier/Gilbert Novy

Die Preise der Speisen werden von 12 bis 30 Euro reichen. Geplant ist in der  Küche  Ausgefallenes und  Fermentiertes: Rübenvariation auf Labneh mit Feige und Granatapfel-Salzzitronendressing oder in Miso geschmorte Selleriewurzel mit Grapefruit und Orange.  Ab 1. Dezember wird die Brasserie und die Bar für Gäste öffnen. Ab dem 3. Dezember können Zimmer gebucht werden

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